1880 beschlossen einige Beamte und Arbeiter der Eisenbahn, die von Saarbrücken nach Trier
versetzt wurden und in ihrem bisherigen Wohnort bereits jahrelang geturnt hatten, mit Bürgern aus
Löwenbrücken einen Turnverein zu gründen. In Trier gab es zu dieser Zeit keinen Turnverein.
(Ein Turnverein, der 1861 gegründet worden war, hatte sich mittlerweile wieder aufgelöst.)
So fand am 5. November 1880 die konstituierende Versammlung statt. Der Verein erhielt den
Namen „Turnverein der Vororte Trier“.
Ein Jahr nach der Vereinsgründung wurde die Vereinsfahne geweiht und zu diesem Zweck die
Fahne von dem aufgelösten Turnverein Trier 1861 für 200 Mark angekauft. Sie wird heute noch
bei uns im Verein als Ehrenstück aufbewahrt.
Im Jahre 1881 trat der Verein dem Saar-Mosel-Gau bei. Zu diesem gehörten Vereine aus dem Elsaß,
der Pfalz, dem Saargebiet und der Mosel. Schon 1882 wurde eine erste große Festlichkeit mit Schau-
turnen veranstaltet und 1884 bei einem Ausflug nach Saarburg dort eine Turnvereinsgründung angeregt.
Der Verein unterstützte die Saarburger, indem er seine Vorturner längere Zeit jede Woche nach
Saarburg schickte, um das Training anzuleiten.
1886 wurde ein internationaler Turnwettkampf mit Teilnehmern aus Luxemburg, Belgien usw ausgetragen.
Mit den luxemburger Turnbrüdern gab es jahrelang Kontakte und Wettkämpfe: So errang der Verein
im Jahre 1883 den ersten Preis der Stadt Luxemburg und 1885 in Clausen (Luxemburg) den ersten Preis,
ein wundervolles Trinkhorn im Wert von ca. 500 bis 600 Francs. Zu damaliger Zeit ein hoher Wert.
Das Trinkhorn ist zwar verloren gegangen, aber drei Urkunden aus dieser Zeit sind noch vorhanden und
wurden 1995 dem Sportmuseum in Luxemburg zur Ausstellung unentgeltlich und auf Dauer überlassen.
1888 wurden die Vororte in die Stadt Trier eingemeindet und der Verein musste sich einen neuen Namen
geben. Er nennt sich seither Turngesellschaft Trier. Er ist der älteste Turnverein in Trier, hat sich nie
aufgelöst und seine Aktivitäten nur nach den beiden Weltkriegen unterbrochen. Als z.B. die Turnvereine
nach dem zweiten Weltkrieg von der Besatzungsmacht verboten waren, tat man sich mit den Fußballver-
einen in Trier-Süd zusammen und gründete den VfL Trier 1880. Nach Aufhebung des Verbotes trennte
man sich wieder und ließ den alten Verein wieder aufleben.
Dass die Turngesellschaft allem Neuen aufgeschlossen ist, zeigt z.B. die Tatsache, dass bereits 1912
zum Geräteturnen Spiel- und Sportabteilungen hinzukamen. Dies waren die sogenannten Sommerspiele,
wie Faustball, Schlagball, Prellball. Als erster Verein begann man 1922 mit Handball und 1930 wurde
sogar eine Fechtabteilung gegründet. Leider ging diese 1939 an den Postsportverein über.
Den größten Zulauf hatte die Leichtathletik, damals Volksturnen genannt.
Die nahe Vergangenheit und heute
Als in den Jahren 1960/1962 das Volleyballspiel im Raum Trier bekannt wurde, war die Turngesell-
schaft Trier eine der ersten, die das neue Spiel einführte. Es wurde zuerst im Tunverband gespielt.
Später wurde der Volleyballverband gegründet dem der Verein 1971 beigetreten ist.
In den Jahren 1975/76 spielten drei Herren und zwei Damenmannschaften in den einzelnen Klassen.
Die erste Mannschaft schaffte sogar den Aufstieg in die Rheinland-Pfalz-Liga.
Eine lange Tradition im Verein hat auch die Teilnahme an den alle vier Jahre stattfindenden Deutschen
Turnfesten. Dieses beweisen die vielen Fahnenbänder die im Vereinsarchiv vorhanden sind.
Auch 2009 haben die jungen Kunstturnerinnen unseres Vereins beim Turnfest in Frankfurt teilgenommen.
Für die in langjährigem Wirken erworbenen besonderen Verdienste um die Pflege und Entwicklung
des Sportes erhielt die Turngesellschaft zahlreiche Auszeichnungen, wie die Ehrenplakette des
Deutschen Turnerbundes, des Landessportbundes Rheinland-Pfalz, des Deutschen Handball-
bundes und 1988 aus der Hand des Regierungspräsidenten Gerhard Schwetje die Sportplakette
des Bundespräsidenten.
Oder blättern Sie doch ein bisschen in unserem
TG-Echo von 2010.